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Film: Atomic Blonde

 

Regie: David Leitch

Im Kino ab: 24. August

Länge: 115 min

FSK: 16

 

Meine Kritik

 

Kurz vor dem Mauerfall wird die MI6 Agentin Lorraine nach Berlin geschickt. Ein Spion vor Ort wurde ermordet und eine Liste mit allen Geheimagenten die gegenwärtig in Berlin operieren gestohlen. Für diese Liste wird gemordet und nicht nur Lorraine ist hinter ihr her. In Berlin trifft sie auf David Percival, obwohl sie mit ihm zusammen arbeiten soll ist sie sich nicht sicher auf welcher Seite er steht. Doch ohne Davids Hilfe kommt Lorraine nicht an Spyglass heran, der die Liste fotografisch in seinem Kopf abgespeichert haben soll. Jedoch wird jeder Schritt von Lorraine nicht nur von CIA-Agent Emmett beobachtet, sie wird auch noch ab dem Zeitpunkt der Ankunft in Berlin von einer attraktiven Französin verfolgt. Die Zeit läuft ihnen davon und dabei ist ihr größtes Problem wem sie in diesem Wespennest überhaupt noch trauen kann?

 

David Leitch der zuletzt John Wick auf die Leinwand brachte kennt sich aus mit Stil, Gewalt, elektrisierenden Szenen und einem tollen Sound. All das bringt auch Atomic Blonde zusammen. Charlize Theron als weiblicher James Bond oder John Wick kämpft sich elegant durch ein verlogenes und kaltes Berlin 1989. Während der Stil der Bilder düster und gräulich ist, gesellt sich dazu nicht nur passend Therons wasserstoffblonde Perücke sondern auch die Neonlichter der einzelnen Kulissen. Vor den Sehenswürdigkeiten Berlins ist der Film bildlich schön anzusehen, Schauspielerisch bietet er fast noch mehr, auch wenn es sich nicht über die typischen Actionfilmszenen hinaus bewegt. James McAvoy der zuletzt in Split eine grandiose Leistung ablieferte, spielt hier den Agenten Percival und das genauso irre wie undurchschaubar und wieder mal auf Höchstleistung. Nur die Auswahl von Til Schweiger ist mal wieder unbegreiflich, spielt er diesmal nicht mal einen Bösewicht sondern nur einen Uhrmacher der gerade mal 3 Auftritte hat und 2 Sätze, jeder andere hätte diese Rolle ebenso spielen können. Atemlose Action und Kampfszenen die sich fast ohne Pausen aneinander Reihen ergeben einen durchaus gelungenen Spionagefilm in dem zum Glück weniger die Geschichte Berlins im Vordergrund steht als vielmehr die Idee einen brutalen und tödliches Unterhaltungsthriller ins Kino zu bringen. Leitch hat was übrig für untypische Helden, nicht nur mit Wick sondern auch Deadpool 2 beweist er das. Lorraine ist knallhart, lässt sich nichts sagen, nicht gerne helfen und vor allem steht sie nicht nur auf Männer. Ob die freizügigen Szenen mit der Schauspielerin Sofia Boutella wirklich hätten sein müssen ist fraglich, denn das untergräbt die Frauenpower meiner Meinung nach sofort wieder und man hat das Gefühl einen Softporno für Männer anzuschauen. Da hätte mir was in Richtung Wonder Woman besser gefallen. Musikalisch ist der Film definitiv eine Überraschung, unpassende dennoch beliebte alte Songs wie 99 Luftballons von Nena oder Major Tom, laut aufgedreht zu knallharter Action und coolen Kampfszenen, das hat man bisher so noch nicht gesehen, aber der Effekt ist lustig und irgendwie genial.

 

Als Fazit könnte man den Film folgendermaßen zusammenfassen: Internationale Action zu deutschem Pop vor Berliner Kulisse, eine Abkühlung für die heißen Tage und pure Unterhaltung auf großer Leinwand. 

 

Meine Meinung: