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Film: Brimstone

 

Regie: Martin Koolhoven

Im Kino ab: 30. November

Länge: 148 min

FSK:16

 

Meine Kritik

 

Die stumme Liz ist eine junge Frau die im 19. Jahrhundert in Amerika lebt und als Geburtshelferin arbeitet. Bis zu jenem Tag an dem sie ein Kind umbringen muss um die Mutter zu retten. Von nun an kehren ihr die Dorfbewohner den Rücken und auch der neue Priester scheint es auf sie abgesehen zu haben. Liz Vergangenheit ist ein steiniger Weg, doch nie wurde ihr Wille gebrochen, denn sie ist und bleibt eine Kämpferin. Als sich dann jedoch der perfide Racheplan einer Person aus Liz's Vergangenheit langsam entfaltet ist niemand mehr, von den Menschen die Liz am Meisten liebt, sicher.

 

 

 

 

Die Laufzeit des Filmes wirkte zunächst abschreckend, sind doch Filme über 2 Stunden nicht immer vor den ausschweifenden Szenen sicher die alles nur in die Länge ziehen. Da können sich 2 Stunden auch schnell mal anfühlen wie 4 Stunden, nicht jedoch bei Koolhovens „Brimstone“. Der Film startet rasant und nicht mit langen Erklärungen, der erste Tod geschieht schon nach wenigen Minuten und das friedliche Leben der Liz dauert nicht sehr viel länger an. Und dieses Tempo kann Koolhoven zum Glück die 148 Minuten lang aufrechterhalten. Von der Machart her erinnert der Film etwas an Quentin Tarantino Filme, vor allem die Aufteilung in Kapiteln und das Western feeling sowie die durchaus gewaltvollen Sequenzen. Und da kommen wir auch schon zum Schwachpunkt des Films, denn wenn ich Final Destination hätte gucken wollen, wäre ich nicht in Brimstone gegangen. Teilweise hat man das Gefühl der Film sei auf diese blutigen Szenen ausgelegt, jede erdenkliche und nicht erdenkliche Art eines Mordes wird hier zur Schau gestellt, friedlich sieht es dabei nie aus. Die Frage ist, um zu zeigen das Liz eine Kämpferin ist und sich nicht erniedrigen lässt, hätte man dann gleich einen Schlachtfilm daraus machen müssen, denn Handlungstechnisch könnte man den Film quasi in einem Satz zusammenfassen: Tochter flieht vor religiösem Vater, der sich nicht scheut über Leichen zu gehen um das zu bekommen was er will. Grandios fand ich die Idee der stummen emanzipierten jungen Frau und das der ganze Film tatsächlich nie abschweift um auf die Perspektiven der anderen Figuren einzugehen, sondern immer bei Liz bleibt. Gespielt und das sehr stark wird Liz übrigens von Dakota Fanning, die vieles hier nur über ihre Augen ausdrücken kann und das mehr wiegt als jedes gesprochene Wort in diesem Film. Aber auch die jüngere Version der Liz, Emilia Jones, ist fantastisch und hat einen überzeugenden verschlossenen Gesichtsausdruck, der jedoch auch gekonnt jede Emotion einfangen kann. Eher enttäuscht bin ich da von Guy Pearce, der den irren religiösen Vater mimt und dabei leider zu starr wirkt. Koolhoven bringt einen Western im Stil von Q. Tarantino auf die Leinwand und beweist dabei Geschmack für große Bilder und einem größtenteils überzeugenden Cast. Leider geht die Geschichte der Liz in einem blutigen Gemetzel unter das nicht einmal unbedingt zur Spannung beiträgt, aber definitiv zum Ekelfaktor. Da hat sich jemand mal so richtig ausgetobt, vielleicht wird der nächste Film dann ein wenig ruhiger.

 

Meine Meinung: