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 Film: Das Pupertier

 

Regie: Leander Haußmann

Im Kino ab: 6. Juli

Länge: 91 min

FSK: 6

 

Meine Kritik

 

Hannes Wenger hat sich vorgenommen seine pupertierende Tochter fürs Theater zu begeistern, den lieben langen Tag den Hausmann zu spielen und nebenbei noch ein Buch zu schreiben. Dabei scheitert er schon beim ersten Punkt. Carla, fast 14 Jahre alt, will nichts von ihrem uncoolen Erziehungsberechtigten wissen, viel lieber hätte sie Elyas M'Barek als Vater. Kurz vor ihrer Party stoßen die Fronten dann wieder aufeinander, denn was ist denn ein 14. Geburtstag ohne Bier und Alcopops? Und wieso sollten keine Jungs bei ihr schlafen dürfen? Hannes hat derweil noch viel größere Sorgen: was ist wenn die Jungs noch andere Drogen mit ins Haus schmuggeln, vor allem einer von denen sieht ziemlich verdächtigt aus. Die Party endet, anders als erwartet, auf dem Polizei Revier und das Chaos nimmt seinen Lauf. Dabei wollte Hannes doch nur eines: Seinen Kindern beim erwachsen werden zuschauen und sie für klassische Musik usw. begeistern.

 

Das Pupertier erzählt auf humorvolle, und nie ernst werdene Weise, von den Problemen Pupertierender und ihrer Eltern. Dabei legt der Film ein Tempo vor, bei dem der Zuschauer nur selten zu Atem kommt. Größtenteils ist das auch super gelungen, denn ein Kracher jagt den nächsten und ein Lacher folgt dem anderen. Doch Zeitweise rennt die Taktik sich selbst um, denn hier und da wünscht man sich dann doch ein Quäntchen Ruhe und das der Film auch mal in einer Szene pausiert, oder zumindest der Schauspieler, denn nichts scheint hier für nur eine Sekunde stehen zu bleiben, alles in ständig in Bewegung. Spielt dies vielleicht die Unruhe der heutigen Gesellschaft an, ist es zwar gelungen aber auf Dauer auch anstrengend beim Zugucken. Dafür legt Jan Josef Liefers wieder eine Glanzleistung hin und weckt mit seinem üblichen Charme, den er jeder seiner Figuren verleiht, jeden im Publikum auf. Liefers ist es auch, der den Großteil des Filmes trägt, obwohl auch Detlev Buck sich hier die Ehre gibt und nicht einmal schlecht aussieht neben Liefers. Selbst von den Jungdarstellern, jedem Pupertier das im Film auftritt, hätte ich nicht so eine starke Performance erwartet. Bei diesem Film muss eben alles funktionieren damit der Gagrun nicht stehen bleibt. Und da ist es egal ob man gerade selbst in dem Alter ist oder weit darüber hinaus, der eine lacht vielleicht mehr hier der andere mehr dort, aber für jeden ist da was dabei und das macht diesen Generationenfilm auch wirklich zu einem. Ein wenig Schade fand ich aber, das es nicht eine ernstere Szene gab und der Film wirklich nur auf der Ebene Komödie stattfand. Dafür hielt der Film diese Ebene immer aufrecht, die Figuren spielten völlig überdreht, aber immer noch im Rahmen, und wenn man mal nicht lachte, lag es daran das man den Witz akustisch nicht mehr verstand, da man zu laut gelacht hatte. Haußmann ist doch tatsächlich eine wunderbare überdrehte Komödie gelungen, in der sich auch ein Tom Schilling es nicht entgehen lassen konnte sich am Ende unter die Komparsen zu mischen. Ich kann kein Vergleich zum Buch ziehen, da ich es nicht gelesen habe, aber für sich ist der Film sehenswert, ob mit den eigenen Pupertieren oder mit der Erinnerung an die Zeit als man selber eines war. Der Film zeigt die Wahrheit, auf eine geniale abgehobene Art und Weise und schafft es dabei wirklich jedem einen Lacher zu entlocken.

 

Meine Meinung: