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Film: Get out

 

Regie: Jordan Peele

Im Kino ab: 4. Mai

Länge: 104 min

FSK: 16

 

Meine Kritik

 

Chris und seine Freundin Rose wollen das Wochenende bei Rose Eltern verbringen. Chris hat Zweifel, da er der erste schwarze Freund von Rose ist und nicht weiß wie ihre Eltern darauf reagieren werden. In einer abgelegenen Kleinstadt kommen die Schwierigkeiten aber ganz von selbst und Chris muss bald feststellen das in diesem Teil des Landes noch nicht alle ihn so akzeptieren wie in der Großstadt. Doch die Eltern seiner Freundin scheinen zunächst alles andere als Vorurteile zu haben. In dem großen Haus am Waldrand soll eine Gartenparty steigen wo bevorzugt weiße erscheinen. Die Merkwürdigkeiten nehmen ihren Lauf, als Chris einen der wenigen schwarzen Gäste wiederzuerkennen scheint. Doch dieser verhält sich wie die beiden schwarzen Bediensteten alles andere als normal. In Chris wächst ein ungutes Gefühl, doch vielleicht ist es schon zu spät für eine Flucht.

 

Man sollte sich nicht irreleiten lassen von Trailern oder Genre Einteilungen im Netz, denn auch bei "Get out" wird man deutlich überrascht, wenn man sich im voraus auf einen nervenaufreibenden Horrorfilm einstellt. In keinster Weise würde ich diesen Film in das Genre Horrorfilm einordnen, viel mehr spielt Peele mit uns, wie er mit seinen Figuren spielt. Typische Horrorfilmmusik erzeugt eine Portion extra Spannung die einen in den Sessel drückt, doch wer schnell merkt das hinter der immer wieder in die Höhe schnellenden Musik nur ein einfacher Trick liegt, der den Puls ebenfalls in die Höhe zu treiben soll, ohne das wirklich was passiert, kann den restlichen Film entspannter schauen. Gespenstisch und ungewöhnlich ruhig ist "Get out" die meiste Zeit einer der untypischsten „Horrorfilme“ der letzten Jahre. Selbst andere Genre Einteilung sind schwer, so besitzt der Film eine gute Mischung von allem, Humor, Thriller, Liebesgeschichte und bringt gleichzeitig das Hauptthema des Films ein „Rassismus“. Peele gelingt, durch eine wahnsinnig interessante Grundstimmung, gespickt mit fast schon kunstvollen Dialogen und einem Cast, der kaum treffender hätte sein können, ein Film der bisher die Überraschung von 2017 ist. Einfach und doch genial lässt sich dieser in keine Schublade stecken und begeistert durch seine Grundidee, die hier und da nicht ganz ausgereift erscheint und sich ab und zu in die Länge zieht, aber insgesamt überzeugt. Ein wenig „Django“ feeling gespickt mit Klassikern wie „die Frauen von Stepford“ erfindet Peele mit diesem Film das Genre Horrorkomödie neu und schafft es gleichzeitig zu schockieren und einem zum Lachen zu bringen. Wenn Schädel knacken und schwarz das neue weiß ist, dann befindet man sich in Peeles Albtraumwelt, in der wir für 104 Minuten das Gefühl haben unter Hypnose zu stehen, was vielleicht auch der Fall ist, denn "Get out" setzt neue Maßstäbe und erschafft Angst nicht auf die übliche Weise. Man muss sich nicht immer zu Tode erschrecken um einem das Fürchten zu lernen, Peele gelingt das auf viel subtilere Art.

Lasst euch ebenfalls überraschen, aber nicht hypnotisieren das geht nie gut aus!

 

Meine Meinung: