Film: Nur Gott kann mich richten

 

Regie: Özgür Yildirim

Im Kino ab: 25. Januar

Länge: 100 min

FSK: 16

 

Meine Kritik

 

Ricky kommt nach einem misslungenem Überfall in den Knast. 5 Jahre später steht er vor Latifs Tür, den er damals deckte. Dieser bietet ihm einen Job an, der total sicher sein soll. Ricky der sich zwar vorgenommen hatte keine Dinger mehr zu schieben, nimmt des Geldes wegen den Auftrag an. Sie sollen bei einer Übergabe großer Mengen Heroin welches abknüpfen. Doch bevor der Coup steigen kann wird Latif festgenommen. Ricky muss eine schnelle Lösung finden und bittet seinen Bruder Rafael um Hilfe, der nur widerwillig zustimmt. Diesmal läuft alles glatt, bis sie von der Polizei angehalten werden, Rafael in Panik flieht und das Heroin zurücklässt. Dieses findet die Polizistin Diana, die dringend Geld benötigt für ihre kranke Tochter. Dafür muss sie das Heroin verkaufen und landet bei Latif im Laden. Dem sitzen die Auftraggeber im Nacken, denn die wollen ihre Drogen wieder haben. Das Schicksal nimmt seinen Lauf.

 

Nach „Chiko“ bringt Özgür Yildirim einen weiteren starken wie auch knallharten Kracher auf die Leinwand. Das letzte Mal so viel rohe Gewalt habe ich in eine Till Schweiger Tatort gesehen, dort aber ohne eine grundlegend gute Geschichte. Yildirim nimmt sich die Unterwelt als Mittelpunkt seines Films, dementsprechend ist die Sprache welche die Figuren untereinander pflegen recht rau. Nach 100 Minuten Film war jedes „Yallah Bruder“ ein „Yallah“ zu viel und Moritz Bleibtreu nimmt man diesen Ton von Anfang an nicht ab. Dafür stimmt die düstere Stimmung, der interessante Cast, der sich super ergänzt und dieses Milleu widerspiegelt in dem man sich lieber nicht verrirren will. Der ganze Film ist ein Ping-Pong Spiel, eine Rache folgt der nächsten, ein Fausthieb dem anderen. Dabei schafft es der Film einen interessanten und fesselnden Sog zu entwickeln, der einen nicht wegschauen lässt, oder nur dann wenn es wirklich hart wird. Die verschiedenen Geschichten die sich am Ende alle treffen waren spannend von der ersten Sekunde an. Wirklich begeistert hat mich hier so ziemlich jede Performance, ob von einem unter Spannung stehenden Moritz Bleibtreu oder einem wie immer begeisternden Edin Hasanovic bis hin zu einer die ich noch nicht auf der Leinwand gesehen habe und welche die Diana so zerbrechlich und dennoch stark wiedergegeben hat, dass ich Gänsehaut hatte. Ich bin zwar kein Fan der Szene in welcher der Film spielt und auch mit Rap kann ich eher wenig anfangen, aber die Intensität welche der Film aufbaut und welche einen auch nach dem Film noch lange in Gedanken fesselt, ist unglaublich gut gelungen. Özgür Yildirim einen Namen den man sich im Zusammenhang mit dem deutschen Film merken sollte, denn sowohl eine fesselnde Geschichte zu erzählen, die trotzdem nicht überzogen wirkt, und diese dann so umzusetzen das sie den Zuschauer an den richten Stellen trifft, ist schwierig. Zwar bleibt auch "Nur Gott kann mich richten" nicht verschont von Fehlern, aber diese wirken nach dem Schlag in Gesicht, welchen uns der Film einfach gibt, recht klein und nebensächlich. Ein starkes Stück Kino und auch eines das für die Masse gemacht wurde, aber keine Massenware ist!

 

Meine Meinung: