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Film: Steig. Nicht. Aus!

 

Regie: Christian Alvart

Im Kino ab: 12. April

Länge: 109 min

FSK: 12

 

Meine Kritik

 

Karl ist Bauunternehmer und viel unterwegs. Doch zu seinem Hochzeitstag will er seine Frau überraschen und kommt extra früher von einer Geschäftsreise zurück. Und statt seine Frau die Kinder wie üblich zur Schule bringen zu lassen, will er das übernehmen. Doch dann erhält er einen anonymen Anruf. Der Anrufer behauptet eine Bombe in seinem Auto platziert zu haben, wenn er oder einer seiner Kinder sich von ihren Sitzen erhebt, explodiert diese. Karl will diesen Anruf zunächst als Scherz abtun, bis er die Kabel entdeckt. Statt seine Kinder vor der Schule abzusetzen, fährt er immer weiter durch Berlin. Der Anrufer verlangt eine hohe Summe Geld, die ihm Karl seiner Meinung nach schuldig ist, wegen einer Sache, an die Karl sich nicht mehr erinnert. Dann erhält er noch einen Anruf, sein bester Freund soll ebenfalls Geld zahlen, denn auch er habe eine Bombe im Auto. Das Spiel nimmt immer ernstere Züge an, erst Recht als Karls Sohn Marius schwer verletzt wird, der Anrufer ihm aber nicht erlaubt ihn an einem Krankenhaus absetzten zu dürfen. Und dann schaltet sich die Polizei ein, die aber ihrerseits glaubt, das Karl der Fadenzieher ist und seine Kinder entführt hat.

 

Der Titel verrät einen actionreichen Film der nicht auf die Bremse drücken will. Interessiert war ich vor allem daran Emily Kusche, nach Tigermilch, wieder auf der Leinwand zu sehen. Mit Wotan Wilke Möhring an der Seite und auch Hannah Herzsprung hatte ich auf einen der besseren deutschen Actionfilme gehofft. Doch während der Look schon stark an einen Til Schweiger Tatort denken ließ steckt hinter diesem erwarteten spannenden und vielleicht dennoch gut durchdachten Film niemand anderes als der Regisseur der Til Schweiger Tatorte selbst. Das erklärt zumindest die auffallende Ähnlichkeit zwischen diesen. Leider ist diese Ähnlichkeit nicht positiv. Schon bei den Schweiger Tatorten war der Hang zur Melodramatik wie zu der Action hoch. Was der Spannung zugute kam, ließ die Handlung mehr und mehr lächerlich wirken. Auch bei „Steig. Nicht. Aus!“ wird die durchaus gute Idee durch immer mehr Absurditäten ins lächerliche gezogen. Nachdem Karl von Polizeiautos gestoppt wird, verleitet ihn der Anrufer dazu durch diese Barrikade zu fahren, danach hält mitten in der Luft vor seiner Windschutzscheibe ein Helikopter. Zur Unterhaltung des Publikums trägt das durchaus bei, fragt sich nur ob im positiven oder negativen Sinne. Denn ab diesem Moment jagt eine schräge Sequenz die nächste. Nicht nur kreuzt dann Hannah Herzsprung auf, von deren Leistung ich normalerweise begeistert bin, die hier aber eine Bombenentschärfungsexpertin gibt deren Auftreten so seltsam wie absolut unnötig ist. Das zeigt auch das eine Schauspielerin nur so gut sein kann wie das Drehbuch ihr vorgibt. Wotan Wilke Möhring hingegen spielt den verzweifelten Familienvater mit sehr starker Überzeugung, kann den Film dann leider auch nicht retten. Hätte der Schweiger am Lenkrad gesessen, hätte ich dem Film womöglich nicht mal eine Chance auf der Leinwand gegeben, so retten Möhring zumindest die Zuschauerquote, nicht jedoch den katastrophalen Abstieg des Films. Während der Inhalt zunächst an Speed erinnert, ist die Machart gleich eine ganz andere. Alvart zieht die Actionsequenzen groß auf, so wie wir das aus seinen Tatorten gewohnt sind, lieber eine Explosion mehr als nur eine Emotion, und wenn Emotionen gezeigt werden, dann immer verzweifeltes wütendes Schreien oder verheulte Gesichter. Alvart mag eben keine kleinen Gesten, und das lässt er einen in seinen Bildern spüren. Wenn eines also nicht lächerlich ist, dann Möhring, drum herum ensteht das Chaos welches Alvart inszeniert und welches wie eh und je ein wenig zu viel von allem bietet. Vielleicht sollte Alvart nicht so viele amerikanische Actionfilme schauen und den Fuß ein wenig vom Gas nehmen, dann klappt das vielleicht auch irgendwann einmal mit seinen Filmen, guter Hoffnung bin ich allerdings nicht. 

 

Meine Meinung: